Allgäuer Seelen

Allgäuer Seelen

Allgäuer Seelen

Hier am Bodensee gibt es viele Bäckereien die Seelen verkaufen, leider sind die wenigsten richtig gut. Einige Bäckereien nehmen dazu Bauernbrotteig und backen lange dünne Brote die manchmal auch ganz gut schmecken, aber Seelen sind das keine. Richtig gute Seelen werden in Wangen im Algäu bei den Bäckereien Fidelisbäck oder Vogel ( Vögelesbäck ) gemacht. Die haben so richtig gute Seelen. Wenn ich nach Wangen komme, nehme ich mir einen ganzen Arm voll mit und friere sie ein. Die Seele kommt dann für 10 Min. im gefrorenen Zustand in den Backofen und schmeckt wunderbar. Da unsere Bäcker aber nicht die richtigen Seelen backen können- wie ich finde, backe ich sie selbst.

Aber was ist denn nun eine Seele und warum heißt die denn so? ich habe einen Artikel darüber gefunden. Bis vor einigen Jahren war sie nur im Allgäu und in Oberschwaben zu haben, inzwischen wird sie nahezu deutschlandweit angeboten: die Allgäuer Seele. Sie ist einknuspriges langes Brot, dessen Ursprung auf das um das Jahr 1000 eingeführte christliche Allerseelenfest zurückgeht. Folgt man der Darstellung des Heimatforschers Peter Treiber in Wangen, so das knusprige Gebäck vom Allgäu aus verbreitet. Einer Überlieferung zufolge soll ein Bäckerin Ravensburg zu Zeiten des Dreißigjährigen Krieges das Gelübte abgelegt haben, jedem Bettler jedes Jahr zu Allerseelen ein Brot zu schenken, wenn die Pest die Stadt verschonen würde. In Wangen gibt esnoch andere Aufzeichnungen über den Ursprung der Seelen. Demnach gab es im Mittelalter ein Seelenhaus vor der Stadt, das Kranke, Krüppel, Sieche und Bettler beherbergte. Man wollte sie nicht in die Stadt hinein, aber auch nicht verhungern lassen. Also würden die armen Teufel vom heute noch existierenden Heilig- geist- Spital versorgt. Die kosten dafür trugen die reichen Stadtbürger, die mit der Brotspende etwas für ihre Seelen tun und ihre schlechten Gewissen beruhigen  wollten. Seinen Ursprung hat das Allerseelenfest in einem weitaus älteren vorchristlichen Totenbrauchtum. Denn -so erläutert das Museum für Brotkultur in Ulm- im Volksglauben war die Vorstellung verankert, die Verstorbenen sollten ebenso wie die Lebenden Nahrung erhalten, die ihnen zu gewissen Zeiten geopfert werden müsse. Diese Allerseelenopfer wurden dann in Gaben an Arme und Kinder umgewandelt.

Aber man kann Seelen auch selber backen:

  • Dazu braucht man
  • 150 g Dinkelmehl frisch gemahlen
  • etwas Kümmel – kleinemörsert
  • 2 Tl Salz
  • 1 frische Hefe
  • 350 g Weizenmehl 550 oder Dinkelmehl 630
  • 340 ml lauwarmes Wasser
  • alle Zutaten werden miteinander vermengt ( kein Salz direkt auf die Hefe geben) und 2 Min. mit dem Knethaken des Handrührers geknetet. Es entsteht ein zäher Teig den man nicht zu einem Brot oder Brötchen formen könnte.
  • ich belege ein Backblech mit Backpapier und forme mit einem Löffel oder mit nassen Händen lange “ Stangen“ auf das Blech. (Diese Menge Teig ergibt bei mir 2 Seelen) Bestreue sie mit Kümmel und grobem Salz und lasse sie  15-20Min. gehen.
  • In der Zwischenzeit wird der Backofen auf 230°C vorgeheizt – Ober und Unterhitze
  • die Seelen werden 15-20Min. gebacken. Sie dürfen an den Rändern gerne ganz knusprig gebacken sein.
  • Am besten schmecken die Seelen ganz frisch und nur mitButter.
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2 Gedanken zu „Allgäuer Seelen

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