Kategorie-Archiv: Kochgeschichte

Wie reinigte man Kupfergeschirre vor über 100 Jahren?

Ich habe noch was Nettes gefunden, was durchaus hierher passt. Ich habe es in einem wunderbar alten Haushaltsbuch gelesen. Schön finde ich den Heringslappen 😉

Kupfergeschirre zu reinigen                                                                    Tennisschuhe 051.jpg

Man reibe sie mit den frischen Blättern des Sauerampfers.

Oder: Man reibe sie mit Schachtelhalm oder Scheuerkraut. Dasselbe kann zu jeder Jahreszeit verwendet werden. Sobald das getrocknete Kraut mit Wasser in Berührung kommt, zeigt es seine gute Wirkung. Das im Kornfeld stehende Kraut soll kräftiger wirken alls  das im Kartoffelfeld.

Oder:  man nehme frischen Lehm, tauche denselben in Essig und reibe damit ab.

Oder: man tauche einen wollenen Lappen in Heringslake, reibe damit die Gefäße und putze gut ab.

Oder: man lege das Geschirr in Wasser, in welchem Spinat aufgekocht wurde und reibe es mit der noch warmen Flüssigkeit ab.

Mit Schachtelhalm habe ich meinen Kupferkessel abgerieben- er ist schon sauberer geworden an dieser Stelle.

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Wie macht man denn richtige Schupfnudeln? von 18hundertschlagmichtot

Ich finde die kleinen Zettelchen, handgeschrieben oder aus Zeitungen ausgeschnitten, die man in alten Kochbüchern findet immer sehr spannend. In einem alten Kochbuch von 1940 fand ich diesen:

Schupfnudeln und kein Ende  Tennisschuhe.jpg

Konstanz Kein Ende nimmt unter den Südkurier- Leserinnen die Diskusion über die fachgerechte Zubereitung von Schupfnudeln, die die Lokalkolumnistin Edith entfacht hatte. Gar nicht einverstanden mit den bisher veröffentlichten Rezepten ist Maria Zimmermann aus der Riedstraße aus Konstanz:  “ Was da unter Schupfnudeln versprochen  wird, sind schlichtweg Kartoffel-Nudeln ( Bauzen) „, schreibt die 77 jährige, die als älteste von vier Geschwistern von ihrer Mutter 1918 in die Kunst des Kochens eingeweiht wurde. “ Damit die Echtheit der Schupfnudeln erhalten bleibt “ bittet sie den Südkurier um den Abdruck eines Rezeptes nach einer Überlieferung um die Jahrhundertwende. Diese Bitte wird gerne erfüllt.

“ Schubbfnudla zom Sauergraud “ ist die Delikatesse überschrieben, die wie folgt zubereitet wird:

Schwarz- oder Weißmehl, Salz, Wasser ( Ei kann, brauchd aber ned unbedingd ) zom feschda Deig knedn, mid di Handballa gloine dünne Würschdle drea, ins kochende Salzwassr schubbfa, bissele aufkocha, abschregga, leischd in Fedd röschdn. Sie heußen auch Bauchschdubbfer.

Naa?! alles verstanden 😉

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Fleischlose Tage – Rupfhauben

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Kochen mit Erika: Mit Mehlspeisen kann man das Fasten überlisten

Fasten hin oder her – ganz ohne Lebensfreude, ganz ohne Geselligkeit sollten auch diese vorösterlichen Wochen nicht bleiben. Vor allem dann, wenn in der Familie Geburtstage und Namenstage in diese Zeit fallen und man diese auch gebührend feiern möchte. Die fleischlosen Tage sind in Bayern, besonders im bäuerlichen Lebensraum, unter den strengen Augen der Geistlichkeit mit großer Gewissenhaftigkeit gehalten worden. Neben den Freitagen gab es die vierzigtägige Fastenzeit, das Sommer- und das Adventsfasten. Das hat die Hausfrauen wendig und schlau gemacht. Sie wussten ihren Lieben Schmackhaftes zu bieten, das zwar fastenmäßig bescheiden, aber dennoch köstlich sein sollte.

Kaum eine andere Art von Speisen sind für die Fastenzeit so charakteristisch wie die Mehlspeisen. Rahm, Sahne, Zucker, Eier – obwohl ganz früher noch verboten – werden verschwenderisch für Strudel, Kuchen und Süßspeisen verwendet. Was es da aus den eigentlich immer gleichen Zutaten alles gibt, ist erstaunlich. Aus dem guten weißen Mehl, aus ihren großen Schmalztöpfen, und mit den Produkten des wieder fleißiger legenden Federviehs vermochten die Bäuerinnen das Vorhandene mit Phantasie zu variieren. Man könnte wochenlang bei einer guten bayrischen Hausfrau sein und immer wieder etwas Neues kennen lernen. Dampfnudeln, Rohrnudeln, Kartoffelnudeln, Grießschnitten, Scheiterhaufen und die Vielzahl an Knödeln – wer mag sie aufzählen. Sie waren und sind ebenso nahrhaft wie preiswert. Man kann sich ob der Reichhaltigkeit durch ein Schlaraffenland von Mehlspeisen durchessen und täglich aufs Neue entzückt sein. Doch dürfte es dabei ratsam sein, die Mahlzeiten an anderer Stelle etwas bescheidener zu bemessen. Denn all die Herrlichkeiten aus Mehl, Rahm und Eiern haben leider Kalorien in sich, und unversehens hat man diese bald an sich. Wer möchte das in einer Zeit, in der alles nach der schlanken Linie strebt?

Eine eher seltene Fastenspeise sind „Rupfhauben“, dieses urbayrische Schmankerl ähnelt ein bisschen dem Rezept für Dampfnudeln. Aber das Besondere an den Rupfhauben ist ihre eigenartige Form .

Und so werden die Rupfhauben gemacht:

So stehen sie in einem alten Kochbuch:

Aus 1 Pfund Mehl, Salz, 1/8L Wasser, 2Eiern, 10g Hefe bereitet man auf dem Brett einen feinen, ziemlich festen Nudelteig, in dem man die Hefe trocken einbröseln lässt. Der Teig wird dadurch lockerer.

Dann wälzt man ihn zu einer Rolle und schneidet davon kleine Stücke ab. Diese walkt man zu untertellergroßen, messerrückendicken Fladen aus und lässt sie eine Viertelstunde liegen. In einem breiten, niedrigen Tiegel lässt man ein Stück Butter oder Butterschmalz und 1/2 L Milch aufkochen ( man kann auch 1 EL Zucker und einige Apfelstücke dazugeben ), nimmt die Teigflecke in der Mitte hoch und stellt sie wie Zelte ( Hauben )  dicht nebeneinander in die heiße Milch. Dann deckt man sofort zu Deckel muss gut schließen. Ohne dass derTopf geöffnet werden darf, müssen die Hauben bei mittelgroßer Hitze nun eine halbe Stunde kochen. Der Dampf hält die Hauben in Form. Die Hauben kündigen ihr “ wir sind fertig “ durch das Knistern des Fettes an. Das verrät, dass alle Flüssigkeit aufgesogen ist.

Sie müssen schöne braune und saftige Krusten ( Ramerl ) haben. Man nimmt sie mit dem Backschäuferl heraus, stell sie aufvorgewärmte Teller und isst dazu Eingemachtes oder Kompott.

Quelle: Suedkurier

Ich habe das Rezept noch nicht nachgemacht, desshalb gibt es noch kein Bild dazu. Habe es aber vor, denn das Rezept klingt vielversprechend.

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Frischer Meerrettich

Jetzt kommt sie wieder, die Zeit in der Tafelspitz gegessen wird, in der eine kräftige Nudelsuppe schmeckt. Bei meinem Bauern habe ich mich schon mit Rindfleisch eingedeckt. Diese standen Tag und Nacht auf der Weide und führten ein wunderbares Leben. Wenn ich mal als Rind auf die Welt kommen sollte, dann bitte dort.

Das Tafelspitz bekommt natürlich eine Soße mit Meerrettich.

Der Meerrettich besitzt die beste Wirkung und den besten Geschmack sobald die langen, grünen Blätter zusammengefallen und vertrocknet sind. Mit dem Spaten werden die langen Wurzeln vorsichtig aus dem Boden gehoben und in Kistchen mit Sand gelagert. Der Meerrettich enthält viel an Vitamin C und B und reichlich Kalium und Kalzium. Der hohe Gehalt an Senföl sorgt dafür, dass uns die Nase läuft und die Augen tränen. Aber es wirkt antibiotisch und lindert Infektionen der Harnwege und wirkt prima bei einer Erkältung.

Ein Klacks Meerrettich auf dem Tellerrand gehört zu kurzgebratenem und gekochten Fleisch. Die Meerrettichsahne im Gläschen schmeckt zwar gut, aber von der Wirkung des Meerrettichs ist nicht mehr viel zu spüren. In Österreich kennt man den Apfelkren, eine Mischung aus Apfel und geriebenem Meerrettich. Das Wort “ Kren “ kommt vom slawischen Wort „chrenj „. Mit dem Meer hat der Meerrettich gar nichts zu tun, der Name wurde abgeleitet von der “ Mähre “ ein altertümliches Wort für das Pferd.Ob Pferde die grünen Blätter wohl fressen?

Im Volksmund kennt man auch den Namen Rachenputzer und Pfefferwurzel. In Deutschland wird der Meerrettich besonders in der Gegend von Nürnberg, Erlangen und Fürth angebaut.

Die Meerrettichsoße geht so:

Eine mittlere Stange Meerrettich wir gewaschen und mit dem Sparschäler geschält. Die Wurzel wird dann mit einer Haushaltsreibe ( nicht mit dem Mixer ) gerieben und in eine Porzellanschüssel gefüllt. Jetzt kann keiner sein Heulen mehr  unterdrücken :-)

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Cassoulet ein französischer Bohneneintopf

Das Cassoulet ist ein französischer Eintopf aus weißen Bohnen, Schweinefleisch oder Hammelfleisch, Gans oder Ente, Würstchen,Tomaten und Kräutern.
Ich habe den Eintopf in Frankreich gegessen und hier ist nun ein bisschen Hintergrundwissen dazu.
Das Cassoulet ist eine Spezalität aus der Gascogne ( liegt im Süd-westen von Frankreich ). Schon die Römer ergötzten sich an einem ähnlichen Gericht,einer herzhaften, fetten Mischung verschiedener Zutaten.
Bohnen sind wichtig für das Cassloulet. Es müssen gute Bohnen sein, die milden weißen, über Stunden eingeweichten und gegarten Bohnen, die sich auch gut für Suppen eignen. Es ist ein einfaches Gericht und doch sehr kompliziert. Die Herstellung dieses Fleischtopfes bedarf viele Stunden Garzeit. Es wird von einem Cassoulet erzählt, das 20 Jahre in demselben Steinguttopf bei kleinem Feuer auf dem Herd von Mère Clèmence stand. Von Zeit zu Zeit fügte sie ein Stückchen Gans hinzu, etwas Speck, Würstchen oder weiße Bohnen. Aber im Grunde blieb es immer das gleiche Cassoulet, von dem einmal in der Woche gegessen wurde. Eigentlich eine ganz einfache Geschichte-wenn man einen Holzherd in der Küche stehen hat, den man immer anheizt. Es geht bei dem Gericht einfach um das langsame Kochen. Die meisten Rezepte schreiben mindestens fünf Stunden im Ofen vor,doch lässt sich diese Garzeit durch das Vorkochen der Zutaten verkürzen.
Der Verzehr eines Cassoulet kommt in Languedoc eine besondere Bedeutung zu. Das ging so weit, dass der Schuster von Castelnaudary einmal in der Woche ein Schild an seine Türe zu hängen pflegte: Heute wegen Cassoulet geschlossen!!

Und so wird es nun gemacht:
1 El Öl, 1 große Zwiebel in Scheiben, 100g gewürfelter Schinken, 1Kg Schweinebauch in Würfeln, 100g getrocknete Bohnen über Nacht eingeweicht, 250g Knoblauchwurst gewürfelt, 750ml Fleischbrühe, 250g Tomaten aus der Dose, Gewürzsträußchen, Salz und Pfeffer, 100g Semmelbrösel.
Das Öl in einem Topf erhitzen, Zwiebeln und Schinken 3 Min. anbraten. Das Schweinefleisch zugeben und 5 Min. anbraten. Die abgetropften Bohnen und die Knoblauchwurst, die Tomaten , Kräuter und Salz und Pfeffer dazugeben. Zehn Minuten kochen lassen und dann in eine Kasserolle umfüllen. Zugedeckt 2 Stunden im Backofen schmoren. Die Semmelbrösel darüberstreuen und ohne Deckel eine weitere Stunde in den Ofen schieben.
Heiß servieren. Hier ist bei Robert ein auch ein sehr leckeres Cassoulet mit Wildgeflügel zu finden.

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Die Bülle, oder: Wenn Klose wäre wie eine rohe Zwiebel

Bei aller zu erwartender Fußball-Euphorie darf das leibliche Wohl nicht zu kurz kommen. Für die kulinarische Begleitung der WM konnte die Redaktion vom Suedkurier  wieder Hubert Neidhart gewinnen, den Chef des Gasthauses  Grünen Baum in Moos

Koch- und Fußballkünste? Unser Kolumnist Hubert Neidhardt weiß Bescheid.

„Es ist wieder soweit, die WM beginnt – das Fußballfieber infiziert die halbe Welt. Als wäre die Vaterlandsliebe neu entfacht, fiebern ganze Nationen dem Turnier entgegen. Auf dieser Woge des neu entflammten Lokalpatriotismus möchte ich ein smartes Fähnlein der regionalen Küche schwenken und inmitten der WM-Berichterstattung im Sportteil des SÜDKURIER mit Geschichten und Rezepten über die kulinarische Vielfalt auf unserer Erde Auskünfte geben.

Vor der WM-Eröffnung die Geschichte, wie aus gewöhnlichem Gemüse ein kulinarisches Alleinstellungsmerkmale ganzer Regionen werden kann.

Die Höri-Bülle: Die Reichenauer Mönche haben dieses Zwiebelgewächs bereits vor 1200 Jahren auf der Insel eingeführt. In Kalabrien waren sie auf die Gemüsezwiebel aufmerksam geworden. Dort wurde deren Eigenschaften als Heil- und Gemüsepflanze aufs höchste gepriesen. Der Klosterküche konnte ein bisschen neue Würze nicht schaden und als Heilpflanze würde ihr der Zugang zum Klostergarten sicherlich nicht verwehrt. Also entschloss man sich, die Cipola, wie die Zwiebel in Kalabrien genannt wird, mit auf die Insel zu nehmen.

Doch das Mikroklima und der steinige Moräneboden behagten der Knollenfrucht überhaupt nicht, sie wollte nicht gedeihen. Die Mönche machten sich rings um den Untersee auf die Suche nach einem besser geeigneten Moor- und Sandboden. Auf der Halbinsel Höri wurde man schließlich fündig. Nicht nur die Bodenbeschaffenheit war genial, mit den Höribauern fand man auch gleich die richtigen Gärtner.

Auf der Halbinsel wiederum hatte man Respekt vor der geistigen Obrigkeit der gegenüberliegenden Klosterinsel. Man unterdrückte die Zweifel, ob denn diese so exotisch anmutende Frucht überhaupt an den See gehöre – und ob man sie in der heimischen Küche überhaupt nützlich gebrauchen könne. Ungläubig wurde dem Willen der Mönche Folge geleistet und die Zwiebel auf den Äckern der Höri angepflanzt. Aus Cipola wurde Bülle.

Roh wie gekocht wurde sie im Laufe der Jahrhunderte zu einem typischen Bestandteil der Unterseeregion. Selbst auf Schloss Arenenberg, bei den Franzosen, wurde man auf das Gewächs aufmerksam. Schon lange suchte man einen gleichwertigen Ersatz für die französische Schalotte, die im Thurgau nicht so richtig gedeihen wollte. Die Bülle von der Höri schien ähnliche Geschmackseigenschaften und gleiche Verwendungsmöglichkeiten in der Küche aufzuweisen. Endlich war ein gleichwertiger Ersatz für die rote „echalote“ gefunden. Der Fortbestand französischer Kochkunst auf Arenenberg war gesichert. Schon bald erzählte man auf den Märkten der umliegenden Städte von kaiserlichen Gerichten, die durch die Würzkraft der Bülle veredelt wurden. Die Höri-Bülle wurde „en vogue“ im Bodenseeraum. Heute gilt sie als typische Zutat der regionalen Bodenseeküche. Auf der Halbinsel veranstaltet man alljährlich ein Büllefest, bei dem sich alles um die Zwiebel dreht.

Und was den Fußball angeht: Da hoffe ich, dass die deutschen Stürmer in Südafrika so scharf zur Sache gehen, wie eine rohe Zwiebel auch sein kann. Auf dass den gegnerischen Verteidigern die Tränen in die Augen schießen und nicht etwa uns deutschen Fans, wenn Miro Klose wieder mal am Tor vorbeischießt…

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Dinnele,Dinnete,Dinne oder auch Dünnele oder schwäbische Pizza

Wir nennen sie Dünnele und sie schmecken einfach nur gut.

Wie so manches gutes Gericht entstand das Dünnele so nebenbei. Wenn die Bauersfrauen ihr Brot gebacken haben, dann machte das viel Arbeit. Es war ja auch nicht nur ein Brotlaib der gebacken wurde, es waren schon einige Laiber, die in den heißen Brotbackofen geschoben wurden. Der Ofen wurde  angeheizt und musste eine bestimmte Temperatur haben. War der Ofen zu heiß, verbrannte die Kruste und das Brot war  nicht durchgebacken. Da die Bauersfrauen diese erste  große Hitze des Ofens nutzen wollten und an dem Brotbacktag nicht auch noch gekocht werden sollte , entstanden  die Dünnele.

Man nahm einen Teil des Brotteiges, formte ihn zu ganz dünnen Fladen und belegte ihn mit dem was man hatte.  Das waren  Speck,  Zwiebeln,  Äpfel,  gekochte Kartoffeln oder  Käse. Damit dieses nicht zu trocken wurde,  gab man einen Löffel Rahm auf den Teig und darüber zum Beispiel den kleingeschnittenen Speck. Dieses Dinnele schob man in den Ofen,  der dünne Teig konnte die große Anfangshitze des Backofens vertragen,  die Dinne war schnell gebacken.  Die Familie bekam ihr Mittagessen auf die Hand, der Brotbackofen hatte nun seine richtige Temperatur für das Brot.


Im Badischen gibt es einige Lokale die sich auf Dünnele spezialisiert haben.  Sie werden im Steinbackofen gebacken und sofort serviert.  Man isst sie nicht mit Messer und Gabel sondern wie ursprünglich  aus der Hand. Es gibt verschiedene Möglichkeiten sie zu belegen. Der Grundbelag ist immer Schmand, darauf kann kleingeschnittener Speck, geriebener Käse, Zwiebeln, Knoblauch, Lauch, Spinat, grober  Pfeffer, oder Apfelringe ( diese werden mit Zucker u. Zimt bestreut ) gelegt werden. Wie man seinen Dünneleteller zusammenstellen will kann man wählen. Getrunken wird dazu Most. Wir essen unsere Dünnele gerne im Gasthaus Kranz in Liggeringen. Eine urig eingerichtete alte Kneipe in der man nie Platz findet, sie ist immer voll. Im Sommer kann man unter Kastanienbäumen draussen sitzten, aber nur wenn man sich einen Platz reserviert hat.

Aaber… Dinnele kann man natürlich auch selber machen, unsere haben mindesten so gut, nein, sie haben besser geschmeckt!!Eignungstest 024.jpgEignungstest 021.jpgEignungstest 026.jpgEignungstest 023.jpg

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Rohrhühner- mit einer Soße aus Karpfenblut – kurioses aus alten Kochbüchern

Rohrhühner mit Sauce = Blesshuhn

Zubereitung
Man zieht zwei Rohrhühnem die Haut mit den Federn ab, macht sie auf,
dressiert und
salzt sie. In eine Kasserolle gibt man 16 Deka Butter, l Zwiebel, etwas
Wurzelwerk, 8
Deka schwarzen Lebzelten und 8 Deka Schwarzbrot, alles blättrig geschnitten, 5
Sträusschen Thymian, 5 zerdrückte Wacholderbeeren, von jeder Gattung Gewürz 5
Kömer, legt dann die Hühner darauf, lässt dies etwas eingehen, gießt dann
Erbsenwasser oder Suppe (soviel als nötig), femer 1/2 Liter weißen oder
roten Wein
und etwas Essig darüber und lässt die Hühner zugedeckt weich dünsten. Hierauf
nimmt man sie heraus, passien den Saft, gibt Rahm und fein geschnittene
Zitronenschale dazu, lässt es aufkochen und entfettet die Sauce. Bei einer
schwarzen
Sauce verwendet man anstelle von Milchrahm Karpfenblut, verrührt diese und
lässt es
aufkochen. Sollte die Sauce zu dünn sein, so gibt man einige Löffel
Butter-Sauce
dazu. Die Rohrhühner werden dann zerlegt, angerichtet und mit beliebigem
Butterteig
garniert. Die Sauce wird dazugegeben. Es ist zu bemerken, dass junge
Rohrhühner
leicht zerfallen und alte zähe sind. Letztere müssen daher immer mit genügend
Flüssigkeit, welche sie bedecken soll, dünsten. Man serviert sie an Fasttagen.
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Krähen – kurioses aus alten Kochbüchern

Hallo Angelika,

ein neues Rezept der Raben/Krähen, mal was anderes.

Krähen-Strudel
Zutaten
2 Junge, ausgenommene
Krähen
2 Essl. Butter für die Form
400 Gramm Geschälte, in Scheiben
-- geschnittene Kartoffeln
3 Geschälte und gehackte
-- Tomaten
1 Teel. Gehackter Majoran
60 Gramm Geräucherter Schinken in
-- Streifen
2 Essl. Butter
50 ml Whiskey
1 Gehackte Knoblauchzehe
1 Gehackter Zwiebel
100 ml Fleischbrühe
250 Gramm Blätterteig oder Mürbteig
-- (ev. Tiefkühlprodukt)
1 Leicht geschlagenes Eigelb
1 Leicht geschlagenes Eiweiß

Zubereitung
Die Krähen mit kochendem Wasser überbrühen und die Haut abziehen. Die
Brüste ablösen und beiseite legen. Das restliche Fleisch ebenfalls ablösen,
von
Sehnen, Knochen und Knorpeln befreien und in feine Würfel schneiden. Eine
passende, feuerfeste Form mit breitem Rand mit Butter bestreichen. Die Hälfte
der Kartoffeln hineinlegen. Die Tomaten mit der Hälfte des Majoran bestreuen,
den Schinken und das in Würfel geschnittene Fleisch darübergeben.
Die Butter in einer Pfanne erhitzen, die Brüste darin schnell von allen Seiten
anbraten, mit Whiskey flambieren und ebenfalls in die Schüssel füllen, mit der
Bratbutter die Brüste begießen. Mit Knoblauch, Zwiebel, dem restlichen
Majoran und den restlichen Kartoffeln bedecken. Die Fleischbrühe zugießen.
Den Ofen auf 225 ° C vorheizen. Den Teig zu einem passenden Deckel ausrollen.
Den Schüsselrand mit Eiweiß bestreichen, den Teigdeckel auflegen und den Rand
festdrücken. In die Mitte ein Loch (ca. 1 ½ cm) für den Dampfabzug
schneiden, das
mit einem schmalen Teigstreifen umlegt wird. Aus den Teigresten Verzierungen
schneiden, mit Eiweiß auf den Deckel kleben und die ganze Oberfläche mit
Eigelb
bestreichen. Aus Alufolie einen kleinen Schornstein rollen und in das Loch
stecken,
30 Minuten backen, die Hitze auf 175 ° C reduzieren und weitere 30 Minuten
backen.

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Quitten was sind das für Früchte ? – Quittenkompott

Quitten

Quitten

Sie sind nun reif, und hängen leuchtend gelb am Baum – die Quitten. Man findet Quitten selten auf den Märkten, vielleicht werden sie nicht so oft gekauft weil sie Arbeit machen?denn einfach so reinbeißen kann man in eine Quitte meist  nicht.

Quitten werden seit mehr als 4000 Jahren angebaut und stammen ursprünglich aus Persien wo sie heute noch wild wachsen. In Mesopotanien wurden sie schon früh kuliviert danach auch in Griechenland. Im Antiken Griechenland war die Quitte die heilige Frucht der Aphrodite. Bei den Römern entsprechend der Venus geweiht. Sie galt als Symbol der Liebe und, wegen der vielen Kerne, auch der Fruchtbarkeit sowie der Klugheit, des Glücks und langen Lebens. Nach Aussagen arabischer Ärzte im Mittelalter versprach der Genuss von Quitten während der Schwangerschaft  den Müttern kluge und schöne Kinder. Der weise Solon von Athen verfügte in einem seiner Gesetze , dass jedes Brautpaar bevor es das Hochzeitsgemach betrat in eine Quitte beißen musste, um es daran zu erinnern, dass in der Ehe wie im Leben nicht nur  Süßes , sondern auch Herbes zu erwarten ist.

Ach Hildegart von Bingen beschrieb sie als bekömmlich. In Rezepten aus dem Mittelalter und der Renaissance  wird die Quitte oft als Bestandteil von gekochten Gerichten erwähnt. Auch heute noch passen Quitten noch sehr gut zu Ragout oder Schmorsoßen mit langer Garzeit. Ein Stück Quitte mit dem anderen Wurzelgemüse zu einem Schmorbraten ergibt eine feine Soße.

Die Quitte hat einen hohen Pektingehalt und eignet sich sehr gut zur Herstellung von Gelee, Marmelade Quittenwein oder Quittenkonfekt.

Hier ein Rezept für ein Quittenkompott mit  Ingwer:

1 Kg Quitten schälen, entkernen und in Würfel schneiden. Mit 1/4l Apfelwein, 1/4 L Wasser, 2 Nelken ein kleines Stück kleingschnittener Ingwer kochen bei geschlossenem Deckel. Etwa 20 Min. Danach 8 El Zucker dazugeben und nochmal 20 Min. durchziehen lassen.

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